#30 – Wie aus Christian Fährmann kein Bosman wurde
Shownotes
Quellen:
- Christian Fährmann bei ImmerUnioner
- Fährmann und Union sind unzufrieden miteinander: zwei Artikel im Tagesspiegel
- Der Tagesspiegel über den beginnenden Rechtsstreit
- Der Kicker und der Spiegel über das erstinstanzliche Urteil
- Die Jungle World und die Welt (zweimal) beurteilen die Sache ähnlich
- Der Spiegel über Fährmann als „deutsches Bosmännchen“
Danke
Die Musik wurde von David erstellt und die Logos von Steffi entworfen. Der Podcast beruht auf dem Konzept des famosen Geschichts-Podcasts Geschichten aus der Geschichte von Daniel Meßner und Richard Hemmer. Danke für alles!
Transkript anzeigen
Sebastian Fiebrig: Hallo und herzlich willkommen zur 30.
Sebastian Fiebrig: Episode unseres kleinen feinen Union-Geschichtspodcasts "Und niemals vergessen", indem wir, das sind Daniel, hallo.
Daniel Roßbach: Hallo Sebastian.
Sebastian Fiebrig: Und ich, genau, Sebastian, euch alle drei Wochen eine Geschichte aus der reichhaltigen Geschichte des ersten FC Union Berlin und seiner Vorgängervereine und damit eine Geschichte, die
Sebastian Fiebrig: über 100 Jahre in einem Fußball in Oberschöneweide bzw.
Sebastian Fiebrig: Köpenick abdeckt, erzählen.
Sebastian Fiebrig: Und Daniel, erinnerst du dich noch, was ich dir vor drei Wochen erzählt habe für eine Geschichte?
Daniel Roßbach: Ja, erinnere ich mich gut dran.
Daniel Roßbach: Du hast mir erzählt, was alles zur Kampagne Bluten für Union gehört hat, die zur Rettung des Vereins vor einer der vielen Gelegenheiten, zu denen er vor dem finanziellen Kollaps stand, beigetragen hat und
Daniel Roßbach: Zu dem nicht nur Blutspenden gehört hat, sondern eine ganze Menge andere Aktionen und Aufrufe und Mobilisierungen, die plötzlich nur noch dazu geführt haben, dass diese Pleite abgewendet werden konnte.
Sebastian Fiebrig: Allerdings nicht der sportliche Abstieg.
Sebastian Fiebrig: Der kam da doppelt hart.
Sebastian Fiebrig: Aber Daniel, jetzt bin ich sehr gespannt, was erzählst du uns denn diese Woche?
Daniel Roßbach: Ich erzähle eine Geschichte ungefähr aus derselben Zeit, ein bisschen eigentlich eher aus der Zeit, der sportlich und sonst auch ganz gut lief
Daniel Roßbach: Aber die Geschichte, die ich heute erzähle, hat damit relativ wenig zu tun, mit dem, dass es sportlich gut lief bei Union Anfang der 2000er.
Daniel Roßbach: Denn es geht um einen Spieler, der eigentlich generell gar nicht so große Spuren bei Union hinterlassen hat und vor allem keine Sportlichen.
Daniel Roßbach: Es geht nämlich um Christian Fährmann.
Daniel Roßbach: Ich weiß nicht, ob dir der Name überhaupt was sagt.
Sebastian Fiebrig: Also klingt wie ein Schalker Torhüter.
Daniel Roßbach: Richtig.
Daniel Roßbach: Und diese unenthusiastische Aber der hat mal bei Hertha gespielt, oder?
Sebastian Fiebrig: Christian Fährmann, den du meinst jetzt.
Daniel Roßbach: Genau.
Daniel Roßbach: Der ist mit Hertha sogar in die Bundesliga aufgestiegen und hat da dann auch noch ein paar Spiele gemacht.
Daniel Roßbach: ist dann 1998 zum KSC gewechselt und vom KSC dann 2000 zur Union gekommen.
Sebastian Fiebrig: Und mit KSC meinen wir nicht den KöpenickSC.
Daniel Roßbach: richtig den weniger beliebten KSC aus Karlsruhe.
Daniel Roßbach: Und hat dann tatsächlich in einem Zeitraum von gut zwei Jahren
Daniel Roßbach: Nur 19 Mal für Union gespielt, davon noch seltener wirklich Spiele durchgemacht und die meisten Spiele, in denen er wirklich durchgespielt hat, waren dann auch noch im Paul-Rusch-Pokal.
Daniel Roßbach: Also wirklich keine besonders großen sportlichen Spuren hinterlassen.
Daniel Roßbach: Und deswegen geht es in der Geschichte, die ich heute erzähle, auch gar nicht um Sport, sondern nur um
Daniel Roßbach: Vertragsstreitigkeiten, mit denen Christian Fährmann fast hätte relevant werden können, aber wie sie dann gleich zeigen wird, ist auch daraus nicht wirklich was geworden.
Sebastian Fiebrig: Ich bin gespannt, erzähl mal.
Daniel Roßbach: Wie gesagt, Fährmann wurde im Jahr 2000 zur Union geholt, hatte dann eher enttäuschende Leistungen abgeliefert in der Saison, die, wie wir wissen, letztlich mit dem Aufstieg geendet ist.
Daniel Roßbach: Wir haben selber war auch unzufrieden damit, wie wenig Spielzeit er bekommen hat, damit, dass Georgi Wassilev, der Trainer wir erinnern uns, kaum mit ihm gesprochen hat.
Daniel Roßbach: Eigentlich wollte Union dann schon im November den Vertrag wieder auflösen.
Daniel Roßbach: Das ist gescheitert und das
Daniel Roßbach: Zweitbeste Mittel, was man dann gefunden hat, wenn man ihn den Vertrag nicht auflösen kann, war ihn nach Düsseldorf zu verleihen.
Daniel Roßbach: Das ist dann im Winter passiert.
Daniel Roßbach: Und eigentlich war da das Verhältnis zwischen Verein und Fährmann schon gar nicht so besonders gut.
Daniel Roßbach: Vorher der damalige Präsident Heiner Bertram gesagt
Daniel Roßbach: Wenn er einen anderen Verein gefunden hat, wird neu verhandelt über eine Ablösesumme.
Daniel Roßbach: Offenbar standen da die Zeichen schon auf Abschied.
Daniel Roßbach: Er ist kein schlechter Spieler, sagt Oskar Kosche, aber er muss auch endlich lernen, sich gegen Widerstände durchzusetzen.
Daniel Roßbach: Und Bertram hat dann noch dazu gesagt, sein Verhalten in seiner Zeit hier war wenig professionell und hat dann zwar noch angedeutet, dass sich das schon nochmal ändern könnte, wenn er durch Leistung bezeugt.
Daniel Roßbach: Das war
Daniel Roßbach: Im Herbst 2000 diese Aussagen.
Daniel Roßbach: Bertram sagte dann noch, dass er jetzt nicht völlig ausschließen würde, dass irgendwann das vielleicht sich nochmal ändert, denn er hat ja keine silbernen Löffel bei uns geklaut.
Daniel Roßbach: Das war der Stand 2000.
Daniel Roßbach: Wie gesagt, er wurde dann, stattdessen, dass er sich irgendwie sportlich hätte bewähren können, erstmal nach Düsseldorf verliehen.
Daniel Roßbach: Bei Union wurde stattdessen dann zum Beispiel Daniel Teixeira verpflichtet und Union hat dann die bekannte sehr gute Rückrunde gespielt.
Daniel Roßbach: Und Fährmanns Leihe in Düsseldorf endete dann nach einem halben Jahr, sodass Union vor der Situation stand, dass sein Vertrag immer noch lief, den man eigentlich schon loswerden wollte.
Daniel Roßbach: Und Fährmann tatsächlich zur Union zurückkam.
Daniel Roßbach: Eigentlich waren aber beide Parteien immer noch damit ziemlich unzufrieden.
Daniel Roßbach: Fährmann war also wieder bei Union, Sommer 2001, und stand wieder im Kader.
Daniel Roßbach: Spielte dann aber auch in der Saison 2001-2002, in der Union ja dann in der zweiten Liga war, nur dreimal, zuletzt im Februar als Union.
Daniel Roßbach: mit ihm auf dem Platz sogar gegen Reutlingen mal gewinnen konnte.
Daniel Roßbach: Insgesamt wurde das aber sportlich nicht besser.
Daniel Roßbach: Und im März gab es dann den Vorwurf, der letztlich dazu führte, warum Fährmann
Daniel Roßbach: Jetzt in dieser Sendung Thema ist.
Daniel Roßbach: Denn der Vereine hat Fährmann vorgeworfen, sich, als er einmal verletzt oder krank war, einerseits nicht nur an den Mannschaftsarzt von Union gewandt zu haben, oder überhaupt nicht an den Mannschaftsarzt von Union gewandt zu haben, wie das
Daniel Roßbach: eigentlich vorgeschrieben wäre und außerdem keine Krankschreibung bei Union eingereicht zu haben und deswegen sozusagen unentschuldig beim Training gefehlt zu haben und dafür
Daniel Roßbach: wurde Fährmann dann mit einer Geldstrafe von 3000 Euro belegt.
Daniel Roßbach: Fährmann selber hat bestritten, dass er bei anderen Ärzten gewesen wäre.
Daniel Roßbach: Und
Daniel Roßbach: Union hat gesagt, dass er eben sich gar nicht an den Vereinsarzt gewandt hat.
Daniel Roßbach: Das heißt, über die genauen Umstände, die dazu geführt haben, gab es verschiedene Ansichten und verschiedene Aussagen.
Daniel Roßbach: In jedem Fall war es aber so, dass Fährmann eben mit dieser Geldschraube, die er dann bekommen hat, nicht einverstanden war.
Daniel Roßbach: In der Folge hat Fährmann dann dagegen geklagt.
Daniel Roßbach: Und um diese Klage geht es jetzt in der Geschichte eigentlich.
Daniel Roßbach: Denn das ist ja eigentlich erstmal nur eine relativ unbedeutende im The Grand Scheme of Things Streiterei zwischen einem Spieler und seinem Verein.
Daniel Roßbach: Aber die Spielergewerkschaft VdV, der Verein der Vertragsspieler, oder Vereinigung der Vertragsspieler, hat sich dabei eingeschaltet und hat darin
Daniel Roßbach: einen Anlass gesehen, sich generell mit den Modalitäten, unter denen Vereine ihre Spieler bestrafen können, zu beschäftigen.
Daniel Roßbach: Und haben angestrebt.
Daniel Roßbach: im Prinzip diese Möglichkeiten von Vereinen grundsätzlich zu beschneiden.
Daniel Roßbach: .
Daniel Roßbach: So eine Art juristische Auseinandersetzung führt er natürlich gerne mal zu vergleichen mit
Daniel Roßbach: dem Bosman-Urteil, das, wie wir wissen, dazu geführte, dass Spieler nach Ablauf ihrer Vertragslaufzeit ablösefrei wechseln können, was vorher nicht der Fall war vor den frühen Neunzigern.
Daniel Roßbach: Natürlich
Daniel Roßbach: ist dieser Vergleich ein bisschen übertrieben, denn hier geht es ja nicht darum, dass irgendwie die systematischen Regeln, nach denen Verträge ablaufen und Transfers ablaufen, geändert werden, sondern nur um
Daniel Roßbach: eher kleinen Bereich darin, aber so eine Art Präzedenzfall sollte eben mit dieser Episode geschaffen werden, dass
Daniel Roßbach: klappte aber aus Sicht von der Spielergewerkschaft und Christian Fährmann nicht gut, denn im Januar 2004 gab es dann ein
Daniel Roßbach: Urteil des Arbeitsgerichts Berlin, in dem Union zwar nicht vollkommen recht bekommen hat, denn die 3.
Daniel Roßbach: 000 Euro Strafe waren demnach zu viel, 2000 Euro mussten Hermann erstattet werden.
Daniel Roßbach: Aber die grundsätzliche Berechtigung dieser Strafe wurde in diesem Urteil eben nicht abgesprochen.
Daniel Roßbach: Grundsätzlich diese Möglichkeit bestehen würde.
Daniel Roßbach: Und es wurde eben festgestellt, dass Ferman in der Tat seine Vertragspflichten verletzt habe, in der Weise, wie er keine ausreichende Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorgelegt hat.
Daniel Roßbach: Und der Verein war damit eigentlich auch einverstanden.
Daniel Roßbach: Man kann sich vorstellen, ein Spieler, der zu dem Zeitpunkt auch seit zwei Jahren schon nicht mehr bei Union gespielt hat.
Daniel Roßbach: Dass man diese Angelegenheit dann vor allem auch loswerden wollte, vor allem wenn sie halt keine weiteren systematischen Auswirkungen hätte.
Daniel Roßbach: Die VDV hat aber noch versucht, auf einer höheren Instanz das mit dem Präzedenzfall doch noch hinzubekommen, aber
Daniel Roßbach: auch beim Berliner Landesarbeitsgericht, das dann ein halbes Jahr später, im August 2004, sein Urteil gefällt hat, hatte das im Prinzip den gleichen Ausgang und das Urteil aus der ersten Instanz wurde bestätigt.
Daniel Roßbach: Was ich dann noch ganz interessant fand, war zumindest ein paar Aspekte der Berichterstattung über diesen Fall.
Daniel Roßbach: Denn einige der
Daniel Roßbach: relativ wenigen Medienberichte, die ich darüber gefunden habe.
Daniel Roßbach: Vor allem gab es kaum welche aus der eigentlichen Zeit, der sich das zugetragen hat, sondern
Daniel Roßbach: Es wurde erst darauf aufmerksam, als es eben diese juristischen Auseinandersetzungen anderthalb, zwei Jahre später gab, und
Daniel Roßbach: Da ist mir aufgefallen, dass die, ähm, dass viele der Medientexte darüber relativ stark gefärbt waren.
Daniel Roßbach: Einige der Texte in der Weise, die ziemlich stark sich auf die Seite des Spielers geschlagen haben und ja, die
Daniel Roßbach: Die Willkür, wie dann daran teilweise gesagt wurde, von Clubs, die halt ihre Spieler mit Geldstrafen sanktionieren können, kritisiert haben und das von ganz unterschiedlichen Richtungen es gab.
Sebastian Fiebrig: Jungle World ist ja auch eine sehr bekannte Fußballzeitschaft
Daniel Roßbach: Ja, genau.
Daniel Roßbach: Aber es ist halt nicht ganz so oft, würde ich sagen, dass man, dass man da mit der Welt auf einer Wellenlänge, zumindest was die Beurteilung liegt.
Daniel Roßbach: Die Fußballferne, die du gerade ironisch insinuierst, merkt man im Text, wir verlinken das natürlich durchaus auch an.
Daniel Roßbach: Habe ich fand ganz interessant, wie man sich da auf einer Seite wiederfindet.
Daniel Roßbach: Und vor allem fand ich interessant, dass eigentlich in fast allen Texten dazu
Daniel Roßbach: nur die Perspektive der VDV irgendwie explizit vorkommt, das merkt man dann auch gut daran, dass immer wieder die gleichen Beispiele genannt werden, immer wieder die gleichen Argumente erwähnt werden.
Daniel Roßbach: Und eigentlich weder der Verein noch der Spieler besonders viel dazu geäußert zu haben scheinen.
Daniel Roßbach: Jedenfalls werden sie ungefähr nie zu der Angelegenheit zitiert und
Daniel Roßbach: Man liest ja nicht immer nur, was der Jurist der VdV, ein gewisser Frank Rybak, der da auch immer noch tätig ist, dazu sagt und dass er kritisiert ist, dieser Mustervertrag, in dem man nachweisen wollte, dass eine Klausel davon
Daniel Roßbach: Die eben als Grundlage für diese Sanktionen herhalten sollte, dass die zu vage und zu allgemein gefasst wäre und den Spielern eine zu schlechte Position gegenüber ihren Vereinen zugestehen würde.
Daniel Roßbach: Diese Argumente sind eigentlich alles, was man
Daniel Roßbach: In den Berichten darüber liest und wie Vereine das sehen und wie Vereine eigentlich ihre eigene Rechtsposition einschätzen, kommt deswegen dagegen sehr wenig vor und
Daniel Roßbach: Vor allem auch, was Union eigentlich davon hält.
Daniel Roßbach: Er ist relativ wenig in den öffentlichen Quellen dazu dokumentiert.
Sebastian Fiebrig: Aber was hat was hat denn Christian Fährmann dazu gebracht, das zu machen?
Sebastian Fiebrig: Also als Spieler ist man doch dann quasi auch nicht mehr vermittelbar.
Sebastian Fiebrig: Ich glaube, das ist wie so ein Stillhalterabkommen eigentlich.
Sebastian Fiebrig: Ja, klar finden die alle Geldstrafen doof, aber.
Sebastian Fiebrig: Gab es da einen Grund, weshalb, also bekannt, warum er da mitgemacht hat?
Sebastian Fiebrig: War es einfach nur sein Gerechtigkeitsempfinden?
Daniel Roßbach: Ähm, das ist natürlich jetzt was, was aus der
Daniel Roßbach: Außenperspektive und auf Grundlage der gerade schon erwähnten Quellenlage nur quasi spekulativ zu beantworten ist.
Daniel Roßbach: Aber wenn man sich einfach mal die sportliche Vita anschaut, die Christian Föhrmann dann noch gehabt hat, nachdem er eben bei Union keine Rolle mehr spielte, ist er dann.
Daniel Roßbach: .
Daniel Roßbach: Zuerst zu Tasmania Gropiusstadt gegangen, hat sich da ein bisschen fest fit gehalten oder so ähnlich.
Daniel Roßbach: Ist dann Anfang 2003 zu TeBe Berlin gewechselt.
Daniel Roßbach: Und er hat noch ein paar Jahre beim Halleschen FC gespielt, wo er dann beim VfB Sangershausen seine Karriere hat ausklingen lassen.
Daniel Roßbach: Also mit großen Ambitionen im Profifußball war dann, glaube ich, einfach nichts mehr.
Daniel Roßbach: sodass man sagen könnte, dieses sowieso nie wirklich gute Verhältnis zu Union.
Daniel Roßbach: Da war quasi nicht viel Image, was kaputt gehen konnte, würde ich sagen.
Daniel Roßbach: Und wenn man einen Arbeitgeber hat,
Daniel Roßbach: mit dem man sowieso nie gut zurechtgekommen ist, dann würde ich sagen, kann man sich schon vorstellen, wie man dann eben auch darauf verzichtet quasi solche Zugeständnisse und dieses Stillhalteabkommen.
Daniel Roßbach: Oder diesen impliziten Stillhaltepakt, den mitzumachen, wenn man da quasi sowieso nicht mehr viel von erwartet.
Sebastian Fiebrig: Ja, ironischerweise, also wir sind es bei sehr viel Ironie heute.
Sebastian Fiebrig: Hat sich nicht nur Christian Fährmann, sondern auch Union dann, quasi als das Urteil kam, auch aus dem Profi-Fußball verabschiedet.
Sebastian Fiebrig: Und ich glaube, das hatte dann sowieso für keinen mehr irgendwie, außer für ein VDV, so eine Relevanz.
Sebastian Fiebrig: Ich glaube, die wollten es alle loswerden.
Sebastian Fiebrig: Sieht so aus, jedenfalls von außen.
Daniel Roßbach: Ja, und genau deswegen führt das halt auch dazu, dass
Daniel Roßbach: Diese VTV-Perspektive ist eigentlich die ist, die die ganze Entwicklung voranzutreiben scheint, wenn man das so in der Rückschau bewertet
Daniel Roßbach: Und was ich leider auch nicht ganz rekonstruieren konnte, war, wie sich eigentlich dann dieser Mustervertrag vielleicht doch dadurch geändert hat.
Daniel Roßbach: Es gab dann zwar kein Urteil.
Daniel Roßbach: Aber ich konnte leider jetzt nicht mehr weder die damals geltende oder damals vorgeschlagene Fassung dieses Vertrags noch eventuelle Änderungen später wirklich nachverfolgen, die Dokumente.
Daniel Roßbach: Habe ich leider nicht gefunden.
Daniel Roßbach: Deswegen kann es natürlich auch sein, dass man quasi so eine juristische Auseinandersetzung einmal auch sucht, um zu zeigen, dass man quasi da einen Punkt hat, mit dem man nicht einverstanden ist und damit auch auf
Daniel Roßbach: die Verhandlungen mit dem DFB oder der DFL, wie in Zukunft solche Musterverträge formuliert werden, die quasi beeinflussen will.
Daniel Roßbach: Und ich weiß nicht, ob es da irgendeine Form ein Entgegenkommen gegeben hat, auch wenn.
Daniel Roßbach: die Position der Vereine zumindest sehr juristisch nicht entkräftet worden ist an dieser Stelle.
Daniel Roßbach: Naja, das war eigentlich auch dann schon die Geschichte, sie hätte vielleicht Auswirkungen haben können, aber im Endeffekt.
Daniel Roßbach: Stellt sich raus, dass dann nicht nur sportlich, sondern auch juristisch relativ wenig passiert ist.
Sebastian Fiebrig: Dann gut.
Sebastian Fiebrig: Wird es Zeit für den Feedback-Hinweis-Blog?
Sebastian Fiebrig: Ich konnte mich übrigens an Christian Fährmann bei Union überhaupt nicht erinnern und das war schon eine Zeit, wo ich das sehr intensiv verfolgt habe.
Sebastian Fiebrig: Aber kommen wir zum Feedback-Hinweisblog.
Sebastian Fiebrig: Ihr könnt uns zu dieser Sendung natürlich Kommentare schreiben, im Blog zu diesem Beitrag.
Sebastian Fiebrig: Ihr könnt es auf Facebook bei Textilvergehen machen oder bei Twitter at unv-podcast.
Sebastian Fiebrig: Oder ihr könnt natürlich auch Daniel, der auf Twitter da-rosbach heißt, richtig?
Daniel Roßbach: Genau.
Sebastian Fiebrig: und oder mir, at saumselig, auf Twitter schreiben.
Sebastian Fiebrig: Ihr könnt uns Feedback geben, indem ihr Rezension schreibt bei
Sebastian Fiebrig: Apple Podcasts zum Beispiel im Verzeichnis oder bei Panoptikum oder wo auch immer ihr schreiben wollt es und niemals vergessen, echt dufter Podcast ist
Sebastian Fiebrig: Ihr könnt uns auch Themenvorschläge schicken, entweder an unsere persönlichen Twitter-Adressen oder natürlich per E-Mail an Daniel.
Sebastian Fiebrig: Oder sebastian at und-niemals-vergessen-podcast.
Sebastian Fiebrig: de Und schreibt wirklich nur jeweils einen von uns beiden, damit
Sebastian Fiebrig: die andere Person nicht weiß, was wir vorbereiten und ein bisschen überrascht ist, zum Beispiel wenn ein Name wie Christian Ferman nochmal hochgebracht wird und der da so als
Sebastian Fiebrig: Sagen wir mal, Mini-Bossmann irgendwie versucht hat, sich einen Namen zu machen, was nicht geklappt hat.
Sebastian Fiebrig: Bossmännchen hat der Spiegel einmal geschrieben.
Sebastian Fiebrig: Bossmännchen, oh, das ist ein sehr schöner Titel.
Sebastian Fiebrig: Das ist auch.
Sebastian Fiebrig: Da war der Spiegel damals nochmal in Hochform, was sowas betrifft.
Sebastian Fiebrig: .
Sebastian Fiebrig: .
Sebastian Fiebrig: Das können die echt gut.
Sebastian Fiebrig: Ja, also als Bossmännchen, sich einen Namen zu machen, das hat dann nicht geklappt.
Sebastian Fiebrig: Und ich würde aber auch sagen, dass Union damals
Sebastian Fiebrig: Naja, als Arbeitgeber jetzt auch nicht immer hundertprozentig professionell war, um es mal so zu sagen.
Sebastian Fiebrig: Und auch in vielen Schwierigkeiten steckte.
Sebastian Fiebrig: Aber das könnt ihr uns alles schreiben.
Sebastian Fiebrig: Ihr könnt uns natürlich, falls wir uns jemals wieder im Stadion sehen, wir nehmen ja hier mitten in der.
Sebastian Fiebrig: Corona-Pandemie auf oder am Anfang, je nachdem, wann ihr das hört.
Sebastian Fiebrig: Wir wissen ja noch nicht, wie lange es dauert.
Sebastian Fiebrig: Und wir dürfen aktuell nicht ins Stadion, aber wenn ihr uns im Stadion seht, könnt ihr uns auch ansprechen.
Sebastian Fiebrig: Könnt ihr uns sagen, was ihr toll findet oder nicht so toll oder auch sagen,
Sebastian Fiebrig: Ey, macht man unbedingt sowas.
Sebastian Fiebrig: Und wir bemühen uns.
Sebastian Fiebrig: Und das hilft auch ein bisschen, weil die Bibliotheken demnächst wieder auf haben.
Sebastian Fiebrig: Da kann man ein bisschen mehr recherchieren.
Sebastian Fiebrig: Gut, Daniel, habe ich irgendwas vergessen?
Daniel Roßbach: Ich glaube nicht.
Daniel Roßbach: Das mit dem Stadion sage ich ja sonst auch immer gerne.
Daniel Roßbach: Würde ich auch bald gerne wieder sagen, aber es wird vermutlich noch ein bisschen dauern.
Sebastian Fiebrig: Glaube auch.
Sebastian Fiebrig: Gut, Daniel, dann hören wir uns in drei Wochen.
Sebastian Fiebrig: Also ich habe jedenfalls drei hervorragende Themen, die entweder spannend oder unterhaltsam sind.
Sebastian Fiebrig: Und ich werde mir eins von diesen dreien schnappen und dir dann erzählen.
Sebastian Fiebrig: Es wird sehr witzig, glaube ich.
Sebastian Fiebrig: Ich weiß noch nicht, wie weit wir zurückgehen werden.
Sebastian Fiebrig: Könnte sein, dass wir mal sehr weit zurückgehen.
Sebastian Fiebrig: Ich habe da ein bisschen Lust drauf.
Daniel Roßbach: Das finde ich immer gut.
Daniel Roßbach: Hatte ich zwar jetzt in letzter Zeit, in den letzten von meinen Episoden auch nicht so, aber.
Daniel Roßbach: Du hast es mit den Archivsolationen ja schon angesprochen.
Sebastian Fiebrig: Ja, das ist der einzige Grund, der mich daran bisher hindert, weil das ist alles nicht so super digitalisiert.
Sebastian Fiebrig: Und es stellt sich heraus, dass die Zeitungen aus den 20ern heute nicht mehr existieren oder aus den 30ern und auch kein Online-Archive haben.
Sebastian Fiebrig: Überraschung.
Daniel Roßbach: Bei einer von meinen Recherchen habe ich Fahrradreiseliteratur aus den 20ern gefunden.
Daniel Roßbach: Aber dabei stand da nichts zur Union drin.
Daniel Roßbach: Die Tour, die da beschrieben wurde von Berlin in den Spreewald, ist zwar quasi auch in überschöne Weite vorbeigekommen, aber wurde nicht weiter erwähnt.
Sebastian Fiebrig: War das noch mit einem Hochrad oder war das schon jetzt so zwei normal gleich große Räder?
Daniel Roßbach: Das war schon normale symmetrische Räder.
Sebastian Fiebrig: Ich habe ja mal, jetzt kommen wir ein bisschen weg von, aber ich habe ja mal gelesen, dass Hochrad ja so das eigentliche Ding war und Leute, die auf dem Hochrad saßen.
Sebastian Fiebrig: Auf die anderen so ein bisschen herabgeschaut haben.
Sebastian Fiebrig: Herabgeschaut haben echt.
Sebastian Fiebrig: Nee, ohne Scheiß, also jetzt nicht auch im übertragenen Sinne.
Sebastian Fiebrig: Und aber, und das ist so als toll kühne Typen.
Sebastian Fiebrig: Die Hochradfahrer da standen, weil die hätten ja nicht mit Kette, sind die ja nicht gefahren.
Sebastian Fiebrig: Das war ja direktantrieb auf der Achse.
Sebastian Fiebrig: Ja, krass.
Sebastian Fiebrig: Also da möchte ich auf jeden Fall keinen Unfall mitbauen.
Sebastian Fiebrig: Das muss müllerisch weh tun.
Daniel Roßbach: Ja, und stellt sich raus, es tut nicht unbedingt nur weh, damit umzufallen mit so einem Penny Farving, wie man das auf Englisch nennt.
Daniel Roßbach: Sondern wenn man einen nicht ganz so bequemen Sattel hat, dann führt das auch leicht mal dazu, dass damit normal zu fahren gar nicht so bequem ist.
Daniel Roßbach: Auf jeden Fall, ich würde sagen, ich endorse den Fortschritt, davon wegzukommen zu Rednern, wie wir sie heute kennen.
Sebastian Fiebrig: Ja, gut, kleiner Ausflug zum Schluss.
Sebastian Fiebrig: Dann
Sebastian Fiebrig: Fahr ich mal das Outro ab, bevor wir jetzt völlig abschweifen und in die Zehnerjahre Hochradwetrennen gehen.
Daniel Roßbach: Tschüss, auf jeden Fall.
Daniel Roßbach: Ciao.