#37 – Das Elfmeterdrama von Osnabrück
Shownotes
Quellen
- Die Spielaufzeichnung in der ARD Mediathek
- Der Union-Kader der Saison 1999/2000 (ImmerUnioner)
- Spielbericht im Tagesspiegel
- Osnabrücks Trainer für die Folgesaison, Michael Lokorwski
- Spielbericht im Spiegel
- Spiel-Daten bei Transfermarkt
- die Regionalliga-Saison
- Der Spiegel referiert Unions gescheiterte Aufstiegsversuche
- Tom Persich und Ronny Nikol erinnern sich an das Spiel
- Guido Spork und seine Alpträume (BZ)
- Und Niemals Vergessen Folge 25: Menze ist schuld
Danke
Die Musik wurde von David erstellt und die Logos von Steffi entworfen. Der Podcast beruht auf dem Konzept des famosen Geschichts-Podcasts Geschichten aus der Geschichte von Daniel Meßner und Richard Hemmer. Danke für alles!
Transkript anzeigen
Intro: Um den Fußballpokal der Hauptstadt standen sich im Poststadion die Mannschaften von Oberschöneweide, dem Pokalverteidiger und Charlottenburg gegenüber.
Intro: Der Bäckermeister aus Niederschöneweide Tino Zobel ruft auf einmal Eisern.
Intro: Eine Bankbürgschaft aus Unions lizenzunterlagen hatte sich als gefälscht herausgestellt.
Intro: Union ist gerettet.
Intro: Union ruft alle Berliner Fußballfans dazu auf, sich am Räumen des
Intro: Stadions von Schnee und Eis zu beteiligen.
Intro: Ein Jahr lang haben die Union Berlin Fans an ihrem geliebten Stadion an der alten Försterei gebaut.
Intro: Jetzt ist die siebte Minute angebrochen und es gibt eine schöne Geste für die Nummer 7.
Intro: Doch die Unioner selbst werden gut.
Intro: beraten sein auch in der Stunde der Euphorie niemals zu vergessen was war, um so zu bleiben, wie sie sind
Sebastian Fiebrig: Herzlich willkommen zur neuen Ausgabe von und niemals vergessen unserem kleinen, aber sehr feinen Geschichtspodcast über den 1. FC-Union Berlin.
Sebastian Fiebrig: und seine Vorgänger oder Nebenvereine.
Sebastian Fiebrig: Und ich begrüße erstmal hier in der Sendung Daniel Hallo.
Daniel Roßbach: Hallo.
Sebastian Fiebrig: Mein Name ist Sebastian und das ist eben der Podcast, in dem Daniel oder ich
Sebastian Fiebrig: abwechselnd alle drei Wochen uns eine Geschichte aus der Geschichte dieses ersten FC Union Berlin erzählen.
Sebastian Fiebrig: Und da gibt es wahnsinnig viel zu hören und vor allem
Sebastian Fiebrig: zu erzählen.
Sebastian Fiebrig: Und was, Daniel, habe ich dir denn letzte Woche das letzte Mal erzählt?
Daniel Roßbach: Du hast mir vom sogenannten Schuhkrieg von Cottbus erzählt.
Daniel Roßbach: Was vielleicht ein bisschen martialischer klingt, als es wirklich war, aber was ein ganz gutes Beispiel dafür war, wie Fußball in DDR manchmal so abgelaufen ist, vor allem wenn man Union war.
Daniel Roßbach: Ja, wie Union 1981 in der Aufstiegsrunde gegen Cottbus gespielt hat und es da allerlei Shenanigans gab, wie man so sagt.
Sebastian Fiebrig: Unregelmäßigkeiten.
Sebastian Fiebrig: Ja, also Beschiss, um es mal so zu sagen.
Sebastian Fiebrig: Aber da können wir vielleicht auch später nochmal zu, wie das halt vielleicht in anderen Spielen war.
Sebastian Fiebrig: Das war halt, glaube ich, ein sehr gutes Beispiel, weil es ja auch eine Phase war, in der der erste FC-Union Berlin so ein bisschen auf der Abschussliste des Ministers für Staatssicherheit stand.
Sebastian Fiebrig: Aber dann doch nicht abgeschossen wurde.
Daniel Roßbach: Auch nicht abgeschossen wurde in dem Fall Cottboss oder Union.
Daniel Roßbach: Ja.
Daniel Roßbach: Ich habe gerade schon gesagt, dass es damals ja um Aufstiegsrundenspiele ging.
Daniel Roßbach: Und wie es der Zufall so will, geht es darum heute auch, nämlich um welche, die wir auch schon mal erwähnt haben in dem Podcast hier und die relativ weit vorne in der Erinnerung sind, wenn es um das Thema geht.
Daniel Roßbach: Die Folge, in der wir die schon mal angesprochen haben, war, und niemals vergessen, Folge 25 über Steffen Menze.
Daniel Roßbach: seine Karriere bei Union und das geflügelte Wort Mensch schuld.
Daniel Roßbach: Und das begründete sich damals auf das Aufstiegsspiel gegen Osnabrück.
Daniel Roßbach: In Osnabrück, das Rückspiel damals in der Saison 1999-2000, also eine ganze Weile nach der Aufstiegsrunde, von der du letzte Woche erzählt hast, in der letzten Folge viel mehr.
Daniel Roßbach: Und
Daniel Roßbach: Wie gesagt, wir haben da zwar schon mal ein bisschen über dieses Spiel gesprochen, aber es stellt sich heraus, dass es über das Spiel vielleicht ja noch ein bisschen mehr zu sagen gibt, als nur, dass Steffen Menze damals einen Elfmeter verschossen hat.
Daniel Roßbach: Und der Grund, warum ich mir das ein bisschen genauer anschauen wollte, war, dass man sich das genauer anschauen kann, weil nämlich die ARD netterweise das Real Life dieses Spiels in ihre Mediathek gestellt hat.
Daniel Roßbach: sodass man Gelegenheit hatte, sich dieses Spiel insgesamt anzuschauen.
Daniel Roßbach: Und das habe ich gemacht.
Daniel Roßbach: Und eigentlich, man kann ja mal ein bisschen.
Daniel Roßbach: darüber erzählen, vielleicht, was man sich so gedacht hat, was für eine Geschichte man dann dabei findet.
Daniel Roßbach: .
Daniel Roßbach: Meine Idee war nämlich eigentlich so, ich schaue mir jetzt das Spiel an und dann sage ich, ja, natürlich bleibt einem vor allem das Elfmeterschießen und der Elfmeter von Menze im Kopf.
Daniel Roßbach: Und das dann irgendwo aus einer Brücke getroffen hat und es in Union verloren hat.
Daniel Roßbach: Aber da gab es ja wahrscheinlich noch jede Menge andere Sachen, die irgendwie in diesem Spiel noch passiert sind.
Daniel Roßbach: Und das wollte ich dann erzählen, das Problem war nur, gab es nicht wirklich.
Daniel Roßbach: Ich habe mir dann das Spiel in seiner ganzen Glory über drei Stunden gestreckt angeguckt.
Daniel Roßbach: Und es ist tatsächlich gar nicht so einfach, so lange Fußball zu spielen und dabei weniger irgendwie markante Momente, zumindest was das Spiel an sich betrifft, entstehen zu lassen.
Daniel Roßbach: Aber vielleicht liegt es ja auch so ein bisschen dran, wie diese
Daniel Roßbach: diese Sorte Entscheidungsspiel immer so ablaufen, die ja selten wirklich spektakulär und irgendwie schön anzuschauen sind, ist besonders
Daniel Roßbach: Also wahrscheinlich irgendwie auch für niemanden, außer wenn man wirklich so einen Fetisch für Spannung und Leiden hat.
Daniel Roßbach: Weil wenn man ein neutraler Zuschauer ist, der das nicht hat, dann reißt dann wahrscheinlich der Fußball wirklich nicht so vom Hocker und wenn man
Daniel Roßbach: Beteiligt ist das, haben wir auch in der jüngeren Vergangenheit erlebt, ist das ja durchaus stressig und anstrengend.
Sebastian Fiebrig: Darf ich ganz kurz einhaken dann?
Sebastian Fiebrig: Also, das war ja das Aufstiegsspiel der beiden Regionalliga-Sieger, in dem Fall Nord und Nordost.
Sebastian Fiebrig: Und
Sebastian Fiebrig: Ich war beim Hinspiel auch noch im Stadion damals und ich möchte sagen, es war auch das letzte Spiel, nach dessen Ausgang ich richtig Tränen im Auge hatte.
Sebastian Fiebrig: Also nicht das Rückspiel dann, also nach diesem Elfmeterschießen.
Sebastian Fiebrig: Und ja, ich bin wirklich sehr gespannt, wovon du jetzt erzählst, weil das Einzige, woran ich mich erinnere, war, dass da Polizei uns so ganz schön nah am Spielfeld war.
Daniel Roßbach: Genau, da kommen wir irgendwann später nochmal kurz drauf zu sprechen.
Daniel Roßbach: Du hast es ja gerade schon gesagt, dass das Rückspiel war, das Hinspiel in Köpnik in der Wohlheide ging 1-1 aus.
Daniel Roßbach: Und warum überhaupt diese Spiele stattgefunden haben, darüber haben wir auch in der Folge 25 von dem Podcast schon mal gesprochen, wo wir auch den seltsamen Modus erklärt haben, der irgendwie in der Regionalliga damals galt.
Daniel Roßbach: Nur um das nochmal kurz zusammenzufassen, es gab vier Staffeln und es gab eigentlich auch vier Aufstiegsplätze, aber die waren nicht so offensichtlich verteilt, wie man das vielleicht denken könnte.
Daniel Roßbach: Das hat irgendwie jeder eine Staffel.
Daniel Roßbach: Jede Staffel einen Sieger hat und dieser Sieger dann aufsteigt, sondern zwei Staffelsieger sind direkt aufgestiegen, die anderen beiden mussten gegeneinander spielen und der Verlierer davon, Spoiler, das war dann Union.
Daniel Roßbach: Musste dann nochmal in einer Relegation-Play-Off-Runde gegen die zweiten aus den anderen beiden privilegierten Staffeln spielen.
Sebastian Fiebrig: Und Fullendorf und Links und Rechts Aalen.
Daniel Roßbach: Genau.
Daniel Roßbach: Das stellte sich dann raus.
Daniel Roßbach: Hat Union auch nicht geschafft, da aufzusteigen.
Daniel Roßbach: Das war dann nochmal ein anderer anderes Kapitel sozusagen in dieser ganzen Geschichte.
Daniel Roßbach: Und du hast ja gerade schon gesagt, dass du damals schon
Daniel Roßbach: aktiver Union-Verein warst du.
Daniel Roßbach: Leider.
Daniel Roßbach: Ja, es geht mir persönlich ja nicht so.
Daniel Roßbach: Also hätte da zwar theoretisch schon Fußballspiele verfolgen können, aber war noch nicht irgendwie auf Union fixiert.
Daniel Roßbach: Und um trotzdem so ein bisschen einen Eindruck davon zu haben, wie das damals sich so angefühlt hat und so, habe ich mit jemand anderem gesprochen, der auch in Osnabrück dabei war, nämlich mit Hans Martin aus unserem Textilvergehen-Team.
Daniel Roßbach: Und der hat mir
Daniel Roßbach: Ein bisschen was darüber erzählt, wie das damals so war.
Daniel Roßbach: Und da werden wir immer mal reinhören.
Daniel Roßbach: Und das würde ich gleich mal mit einem ersten Ton machen.
Hans-Martin Sprenger: Das war, glaube ich, schon ein ziemlich anstrengendes erstes Spiel.
Hans-Martin Sprenger: Also das Hinspiel, ähm, da also nicht wirklich gut von uns.
Hans-Martin Sprenger: Man war auch einfach die Wöhnzählung mit 17 Punkten Vorsprung in der Regionalliga Meister geworden.
Hans-Martin Sprenger: Da hatte ich irgendwie ein bisschen mehr Selbstbewusstsein erwartet, glaube ich.
Hans-Martin Sprenger: Jörg Schranke, kann ich mich erinnern, der war im Hinspiel gesperrt, glaube ich, oder verletzt.
Hans-Martin Sprenger: Ich weiß nicht genau, der hat sich danach sich beschwert, dass es keine gelbe Karte gegeben hätte.
Hans-Martin Sprenger: auf Union Seite im Hinspiel dem fehlte das Feuer.
Hans-Martin Sprenger: Also war es so ein bisschen gemischt, aber irgendwie schon auch zuversichtlich aufgrund einfach der bisherigen extrem erfolgreichen Saison und andererseits natürlich auch ein bisschen angenervt davon, dass man
Hans-Martin Sprenger: Als so deutlicher Meister nicht einfach direkt aufsteigt.
Daniel Roßbach: Genau, also das rekurriert ja nochmal kurz auf diesen merkwürdigen Modus für die Liga damals, der überhaupt eben diese Spiele notwendig gemacht hat und
Daniel Roßbach: Das erste Spiel war tatsächlich nicht besonders berühmt, aber zumindest hatte man das Gefühl, dass die Mannschaft grundsätzlich schon in der Lage wäre.
Daniel Roßbach: so ein Spiel auch positiv zu gestalten.
Daniel Roßbach: Und es gab eigentlich auch schon ein gewisses Maß an Optimismus dafür.
Daniel Roßbach: Und
Daniel Roßbach: Das hat man auch gemerkt, wenn man dann so ein bisschen in das Spiel reingehört hat, wenn man sich die Aufzeichnung, die wir natürlich verlinken werden, anhört.
Daniel Roßbach: Dann hört man auch ganz gut, dass Union da so stimmungsmäßig schon ganz gut dabei war.
Daniel Roßbach: Und akustisch
Daniel Roßbach: Für mich zumindest in dem ganzen Spiel auch dominant war, was glaube ich nicht nur an der berühmten Platzierung der Mikros liegt, weil hin und wieder in den entsprechenden Momenten, wo das dann mal kurz anders war, da hört man dann auch die Osnabrück-Fans durchaus.
Daniel Roßbach: Aber für einen relativ großen Teil dieses Spiels hört man eben da vor allem sehr gut den relativ großen Union-Block.
Daniel Roßbach: Und was einem auch immer wieder auffällt, wenn man so ein bisschen in der Zeit zurückgeht, was ja irgendwie auch die Idee des ganzen Podcasts ist, ist, was halt als normal hingenommen wird in einer gewissen Zeit und was nicht.
Daniel Roßbach: Und in dem Fall war das zum Beispiel so, dass die diversen Pyro-Elemente, die ja vorkamen, in beiden Blöcken vorm Spiel schon
Daniel Roßbach: bei Thoren nach dem Spiel, dass die ähm nicht so waren, dass da irgendjemand was kommentiert hätte dazu, sondern das war halt einfach so und war dann auch keiner weiteren Erwähnung wert, offenbar, zumindest bei den
Daniel Roßbach: Kommentierenden, die da tätig waren, Gerd Gottlob ist es so prinz.
Sebastian Fiebrig: Vielleicht aber wichtig, Daniel, zu erwähnen, ist ja, dass diese Spiele ja nicht in der
Sebastian Fiebrig: im ersten, wie das ja so schön heißt, also in der RD übertragen worden, sondern in den dritten Programm.
Daniel Roßbach: Genau, also in dem Fall beim NDR, also bei dem Heimsender sozusagen von Osnabrück.
Daniel Roßbach: Auf die Konstellation, in der das dann übertragen wurde, kommen wir nachher auch nochmal zurück.
Daniel Roßbach: Was man vielleicht so ein bisschen zur Einstimmung nochmal machen kann.
Daniel Roßbach: ist ja sich anzuschauen, mit welcher Mannschaft Union eigentlich da so angetreten ist in diesem Spiel.
Daniel Roßbach: Man kann es ja vielleicht einfach mal kurz durchgehen.
Daniel Roßbach: Im Tor stand Kai Wäner in der Abwehr haben wir gespielt, Persig, Härtel, Ernemann, dann der schon erwähnte Jörg Schwanke war im
Daniel Roßbach: Überall im Mittelfeld zu finden.
Daniel Roßbach: Zöfel und Nikol waren die Außenspieler im zentralen Mittelfeld, Okeke, Koilow.
Daniel Roßbach: Und vorne im Sturm nicht nur Steffen Menze, sondern auch Leventer Boschik.
Daniel Roßbach: Damals schockierende Personalie, weil der, glaube ich, wenn ich das richtig gehört habe, tatsächlich sein erstes Spiel in der Saison
Daniel Roßbach: Ausgerechnet eben in diesem Rückspiel gemacht hat, wurde als typische Vassiliev-Personal hier damals vorgestellt, Georgi Vassiliev natürlich der Trainer von Union.
Daniel Roßbach: Jetzt ist ja so ein bisschen die Frage, also gerade wenn man so ein bisschen die
Daniel Roßbach: die Namen sich jetzt vor Augen gefühlt hat oder vor Ohren.
Daniel Roßbach: Wie wurde eigentlich diese Mannschaft damals so gesehen, mit der Union damals in das Spiel gegangen ist?
Daniel Roßbach: Wie wurde die quasi eingeschätzt von den Fans auch?
Daniel Roßbach: Und auch das habe ich Hans-Martin gefragt.
Daniel Roßbach: Können wir auch nochmal kurz reinhören.
Hans-Martin Sprenger: Also sagen wir mal, wie sie wirklich gespielt haben.
Hans-Martin Sprenger: Ach, kann ich, kann ich.
Hans-Martin Sprenger: Also, da war mein Blick auf Fußball, glaube ich, noch ein ganz anderer.
Hans-Martin Sprenger: Ich kann ja sagen, wen ich mochte.
Hans-Martin Sprenger: Das ist vielleicht das.
Hans-Martin Sprenger: Also ich weiß, dass Steffen Menze einen ziemlich schweren Stand hatte bei den
Hans-Martin Sprenger: Fans, ich glaube auch schon vorher und ich glaube auch bei mir, da muss ich im Nachhinein viel Abbitte tun.
Hans-Martin Sprenger: Ich glaube, da kam häufig zu schlecht weg.
Hans-Martin Sprenger: Die ganze spätere Leidenszeit, also oder sieht der ganze Sport, der später über ihm hereinbrach, der
Hans-Martin Sprenger: War ja, glaube ich, eher der, der begründete sich ja dann mit dem, mit dem, mit diesem Spiel.
Hans-Martin Sprenger: Der war aber dann, glaube ich, schon eher liebevoll.
Hans-Martin Sprenger: Jens Härtel war ein ganz fantastischer Spieler, der Libero damals noch, also Dreierkette, zentraler Mann in der Dreierkette, würde man heute wahrscheinlich sagen.
Hans-Martin Sprenger: Christo Keulow, glaube ich, einer meiner
Hans-Martin Sprenger: All-Time-Favorite Union-Spieler, ein technisch starker, aber auch sehr, sehr, sehr kampfkräftiger bulgarischer Mittelfeldspieler.
Hans-Martin Sprenger: Jörg Schwanke war
Hans-Martin Sprenger: So ein ja, der so die für mich sehr doll die die das das die klischeehaften eisernen Tugenden ähm
Hans-Martin Sprenger: Verkörpert hat, Tom Persig eine völlige Legende.
Hans-Martin Sprenger: Also so, das sind so, die mir zunächst einfallen.
Hans-Martin Sprenger: Ronny Nicol eigentlich auch ein super Spieler.
Hans-Martin Sprenger: Es war schon auch eine coole Mannschaft.
Daniel Roßbach: Genau, und damit kann man ja vielleicht so ein bisschen, also vielleicht der ein oder andere wird sich ja die ein oder andere vielleicht auch dieses Spiel angucken, zumindest ein paar von den drei Stunden oder ein paar Minuten davon.
Daniel Roßbach: Aber wenn man dann in das Spiel reingeht, dann entspricht das schon ungefähr dem, was sonst Martin da gerade gesagt hat, wie er sich daran erinnert hat, sowohl von der Herangehensweise von Union als auch von den Spielern her.
Daniel Roßbach: Wir hatten ja vorhin schon gehört, dass ihr Schwanke sich nach einem Hinspiel beschwert hatte, dass ruhig mal der ein oder andere aus einer Brücke durch die Luft hätte fliegen sollen.
Daniel Roßbach: Und zumindest diese Maßgabe setzt Union dann auch schnell um und das mit den gelben Karten auch.
Daniel Roßbach: Nämlich gibt es dann in den ersten fünf Minuten schon zwei gelbe Karten gegen Schwank und gegen Härtel.
Daniel Roßbach: Aber da würde ich gerne mal dazu sagen wollen.
Daniel Roßbach: Dass bei so Spielern wie Jörg Schwanke die Zweikampfstärke, die mit ihnen verbunden wird, ja gerne mal nur in Zweikampf-Härte besteht und oft da nicht so viel anderes dabei ist bei ähnlichen Spielern.
Daniel Roßbach: Was ich aber bei ihm gar nicht so fand, zumindest anhand dieses Spiels, was muss ich sagen, das einzige Jörg-Schwanke-Spiel ist, was ich jetzt irgendwie über mehr als einzelne Ausschnitte gesehen hätte, mir schon auch aufgefallen, dass
Daniel Roßbach: Da auch viele einfach gut und clever geführte Zweikämpfe dabei sind und er wirklich auch ein zentraler Antreiber, nicht nur zentral auf dem Platz.
Daniel Roßbach: Sondern auch ein wirklich Dreh- und Angelpunkt für das Spiel von Union, soweit das ein Dreh- und Angelpunkt hatte, weil es war wirklich ziemlich zerfahren.
Daniel Roßbach: Und eigentlich gab es
Daniel Roßbach: wenig relativ äh relativ wenig gute spielerische Ansätze so richtig.
Daniel Roßbach: Was man ehesten noch als spielerisches Muster da erkennen konnte, war, dass
Daniel Roßbach: Union gut klar kam, wenn Okeke Diagonalbälle nach links vorne gespielt hat, die dann Poschig ein paar Mal angenommen hat, die Elfen Menze ein paar Mal angenommen hat, das war eigentlich so das
Daniel Roßbach: Das Einzige, was mir in dem Spiel aufgefallen ist, als quasi wiederkehrendes Element von was, was funktioniert hat.
Daniel Roßbach: Aber wie gesagt, einige von diesen Spielern, die Hans Martin angesprochen hat, gerade
Daniel Roßbach: Haben eben individuell schon irgendwie gute Sachen gemacht.
Daniel Roßbach: Und das war auch sowas, was mir aufgefallen ist, als ich dieses Spiel halt geguckt habe mit quasi dem
Daniel Roßbach: dem, wie man jetzt an modernen Fußball gewöhnt ist.
Daniel Roßbach: Es ist halt schon wirklich eine ganz andere Art, Fußball spielen, Fußball zu spielen, damals noch gewesen.
Daniel Roßbach: Es gibt ja diesen Begriff Heldenfußball im Gegensatz zu irgendwie
Daniel Roßbach: Kollektiveren und Mannschaftsgetriebeneren oder Systemgetriebeneren ansätzen.
Daniel Roßbach: Und das würde ich
Daniel Roßbach: auf das Spiel schon durchaus auch anwenden.
Daniel Roßbach: Also man sieht wirklich, dass die ganzen Aktionen mehr von Einzelaktionen, einzelnen
Daniel Roßbach: einzelnen Elementen von einzelnen Spielern und einzelnen Qualitäten leben, als davon, dass irgendwie da eine Mannschaft ein wirklich kohärentes System hat, zumindest diese beiden Mannschaften, die man da in
Daniel Roßbach: In diesem quasi Top-Duell der dritten Liga muss man sich ja immer noch vor Augen halten, ist jetzt nicht der absolute Top-Fußball.
Daniel Roßbach: Ja, ich weiß, es kommt überraschen.
Daniel Roßbach: Also es gibt dann schon gute Fußballer.
Daniel Roßbach: Bei Osnabrück zum Beispiel hat in dem Spiel Daniel Thioune, den man ja als Trainer jetzt mittlerweile von Osnabrück oder von Hamburg kennt.
Daniel Roßbach: Gefährt, sodass da vielleicht auch ein bisschen Spieler des Potenzial noch äh ausgefallen ist, aber
Daniel Roßbach: Es gibt eben nicht unbedingt so die feine Idee, diese guten Fußballer, die auch jetzt nicht auf jeder Position zu finden sind, was so das rein spielerische, Technische angeht.
Daniel Roßbach: die die verbindet und zu sowas zusammenfügt, aber das heißt ja nicht, dass es nicht trotzdem gute Momente gibt, wie zum Beispiel
Daniel Roßbach: Das 1 zu 0 das Union damals geschossen hat.
Daniel Roßbach: Und da können wir vielleicht mal kurz in die Live-Reportage von damals reinhören.
Live-Reportage: Er ist eine gute Gelegenheit für die Berliner vor dem Tor von Uwe Brunn.
Live-Reportage: Nicole, der Linksfuß.
Live-Reportage: Oder Herr.
Live-Reportage: Und da ist der Ball im Tor.
Live-Reportage: 1 zu 0 die Führung.
Live-Reportage: Für den ersten FC Union Berlin.
Daniel Roßbach: War, wie gesagt, ein Freistoß von Jens Härtel, den er in die Torwartecke geschossen hat, halb hoch.
Daniel Roßbach: Also
Daniel Roßbach: Schon gut ausgeführt, auch clever gemacht von Daniel Ernemann, der vorher noch in der Mauer stand und dann da weggegangen ist und damit die Lücke in der Mauer aufgemacht hat.
Daniel Roßbach: Aber man kann vielleicht auch sagen, ein Torwartfehler.
Daniel Roßbach: Laut dem Moderator hat diese der Übertragung hat Jörg Schwanke auch vorher gesagt, dass
Daniel Roßbach: besagt hat Brunnen eine Schwachstelle von sei und damit ein großes Plus für Union.
Daniel Roßbach: Stellte sich raus, das sind dann auch irgendwie Worte, die einen dann
Daniel Roßbach: Gerne mal einholen im Nachhinein.
Daniel Roßbach: Und danach, mit diesem Tor hat sich natürlich die Ausgangslage für das Spiel schon mal stark verändert, weil.
Daniel Roßbach: Aus dem 1-1 im Hinspiel ergab sich natürlich, dass Union irgendwie auf jeden Fall ein Tor schießen muss, weil bei 0-0 nach Europavokalregeln wäre natürlich aus Nahrück aufgestiegen.
Daniel Roßbach: Aber mit dem 1.
Daniel Roßbach: 0 liegt Union jetzt sogar vorne und ab da würde natürlich auch ein Unentschieden reichen, abgesehen von
Daniel Roßbach: einem 1-1, bei dem es dann eventuell bleiben könnte und Verlängerung oder Elfmeterschießen gibt.
Daniel Roßbach: Aber ab da hat Union zumindest was zu verteidigen und Osnabrücken müsste eigentlich erstmal kommen.
Daniel Roßbach: Wenn Union ein zweites Tor machen würde, wäre das auf jeden Fall dann dank der Auswärtstorregeln ein großer Vorteil.
Daniel Roßbach: Und das sieht man in dem Spiel dann auch so ein bisschen an.
Daniel Roßbach: Also Osnabrück hat irgendwie, ist vielleicht sogar ein bisschen öfter am Ball, aber
Daniel Roßbach: bekommt wirklich spielerisch nicht besonders viel hin und so aus den zweikämpfen heraus bestimmt union eigentlich dann
Daniel Roßbach: dann doch eher das Spiel.
Daniel Roßbach: Hat aber kaum mehr Großchancen.
Daniel Roßbach: Es gibt nur noch eine von Steffen Menze nach einem guten Ball von Okeke und einem schönen Pass von Boschek, der dann aber mit einem Abschluss so aus zehn Metern an Webbrunn scheitert.
Daniel Roßbach: Und danach, direkt danach springt noch Hristo Koilov in Befreiungsschlag und blockt den fast ins gegnerische Tor.
Daniel Roßbach: Aber das war es dann eigentlich auch schon fast mit Torannäherung.
Daniel Roßbach: Auch ein zweiter Freistoß von Gens Härtel, der aus 35 Metern versucht, ins Tor zu schießen, bringt dann irgendwie keinen Erfolg.
Daniel Roßbach: Nicht ganz unerwartet.
Daniel Roßbach: Und so dreht sich dann so langsam das Spiel.
Daniel Roßbach: Und Union ist zwar irgendwie immer noch die bessere Mannschaft, aber eine wirklich stabile Kontrolle haben sie eben dann trotzdem nicht übers Spiel.
Daniel Roßbach: Und Osnabrücker dann ebenfalls mit einem Freistoß aus mittlerer Distanz, der nur ein paar Zentimeter vorbeigeht, nach einer halben Stunde die erste Chance.
Daniel Roßbach: Und das ist so ein bisschen der Knackpunkt in dem Spiel.
Daniel Roßbach: Und danach ist es wirklich ein relativ offener Abtausch von vielen Grätschen, vielen Fehlpässen, vielen langen Bällen, vielen Zweikämpfen.
Daniel Roßbach: vielen Freistößen.
Daniel Roßbach: So ein wirklicher Spielfluss kommt dann nicht auf, aber trotzdem hat zumindest der Kommentator noch das Gefühl, dass Union da eigentlich ganz gut im Spiel ist und dann passiert aber das hier.
Live-Reportage: Ja, unterlaufen von Jan Jac, keine Frage.
Live-Reportage: Zwei Minuten noch zu spielen in der ersten Halbzeit.
Live-Reportage: Die Berliner führen, ohne großartig Chancen herausgespielt zu haben.
Live-Reportage: Er hatte hier eine Mensch.
Live-Reportage: Das Tor fiel durch einen Freistoß.
Live-Reportage: Der war schon gut getreten.
Live-Reportage: So ist es ja nun auch nicht.
Live-Reportage: Aber insgesamt haben wir sehr wenig Torraumszenen gesehen in dieser ersten Halbzeit.
Live-Reportage: Jetzt kommt eine dazu.
Live-Reportage: Perfekt gespielt!
Live-Reportage: Der Ausgleich!
Live-Reportage: Durch Christian Klaasen!
Live-Reportage: Guido Sport mit einem Solo über.
Sebastian Fiebrig: Entschuldigung, ja.
Daniel Roßbach: Was willst du sagen?
Sebastian Fiebrig: Nee, einfach, das war nur kurz nochmal, danke für die Erinnerung, Daniel.
Daniel Roßbach: Ja, Guido Spork mit einem Solo über viele Meter, nach dem
Daniel Roßbach: Jens Härtel hat einen etwas leichtsinnigen Ball versucht, auf Tom Persich zu spielen, der dann entsprechend abgefangen wurde von Spork, der dann den linken Flügel runtergelaufen ist und den in die Mitte gespielt hat für Classen.
Daniel Roßbach: der dann getroffen hat.
Daniel Roßbach: Was, wenn man sich diese Übertragung anschaut, auffällt, ist, dass es zu allen Gelegenheiten Interviews mit den Spielern gibt.
Daniel Roßbach: zum Beispiel in der Halbzeit während die zurück aufs Spielfeld kommen wird Kai Wehner während er wirklich schon denkt
Daniel Roßbach: Die pfeifen in zehn Sekunden an.
Daniel Roßbach: Ich sollte vielleicht mal ins Tor noch kurz abgefangen und bekommt noch eine Frage gestellt.
Daniel Roßbach: Es gibt in der Halbzeit auch ein Interview mit Georgi Wassilew und da spricht er zum Beispiel auch an
Daniel Roßbach: Ja, wie auch der Co-Trainer später nochmal in einem Interview, war halt ein Fehler von Jens Härtel, hätte er nicht so spielen sollen, den Ball.
Daniel Roßbach: Und das hat uns dann quasi den Vorteil, den wir uns erarbeitet hatten, wieder gekostet.
Daniel Roßbach: Das war also die Zwischenaussage.
Daniel Roßbach: Und zumindest ist sich Wassilew dann sicher, dass eine Mannschaft mehr ins Risiko gehen wird müssen.
Daniel Roßbach: Ist aber nur begrenzt der Fall.
Daniel Roßbach: Und dann gibt es neben diesen Interviews natürlich auch noch eine Halbzeitanalyse.
Daniel Roßbach: Und da hat der NDR eine ziemlich lustige Idee gehabt, nämlich den
Daniel Roßbach: Trainer von Osnabrück in der kommenden Saison als Experten sich an den Tisch zu holen.
Sebastian Fiebrig: Warte mal kurz, lass mich mal überlegen.
Sebastian Fiebrig: Jürgen Gelsdorf.
Daniel Roßbach: Äh, nee.
Daniel Roßbach: Den Namen habe ich mir tatsächlich jetzt auch gerade nicht notiert.
Daniel Roßbach: Ich glaube La Torca oder so.
Daniel Roßbach: Jedenfalls niemand, der dann irgendwie noch mit einer größeren Karriere aufgefallen ist.
Daniel Roßbach: Wie der Name richtig ist, schreiben wir natürlich auch in die Shownotes.
Daniel Roßbach: Aber ist ja zumindest eine ganz lustige Konstellation, dass da gerade eben seine zukünftige Mannschaft spielt und sich mit
Daniel Roßbach: vor oder auch schon tatsächlich entscheidet, in welcher Liga er die dann trainiert.
Sebastian Fiebrig: Darf ich kurz sagen, Daniel?
Sebastian Fiebrig: Also Jürgen Gelsdorf hat von 2000 bis 2003 Osnabrück trainiert.
Sebastian Fiebrig: Zumindest eine Chance, dass es vielleicht doch war.
Daniel Roßbach: Ah, also dann, äh, also wie gesagt, weil ich mich jetzt für den Osnabröcker-Tal ja nicht vornehmlich interessiert habe.
Daniel Roßbach: Kann es natürlich auch sein, dass sich an den Plänen dann vielleicht über den Sommer dann nochmal was geändert hat.
Daniel Roßbach: Müssten wir.
Sebastian Fiebrig: Ja, oder er kam halt später, als sie gemerkt haben, war doch nicht so ein guter Trainer.
Daniel Roßbach: Das ist auch möglich.
Daniel Roßbach: Der Trainer, den ich meinte, ist Michael Lorkowski, der dann auch.
Sebastian Fiebrig: Ach, den kennt man doch.
Daniel Roßbach: Kennt man den?
Daniel Roßbach: Also ich kannte den jedenfalls nicht.
Sebastian Fiebrig: Ja, der hat, glaube ich, sogar St.
Sebastian Fiebrig: Pauli trainiert.
Daniel Roßbach: Okay.
Daniel Roßbach: Mir ist er nur mit einer sehr typischen 90er Jahre Frisur, vielleicht auch schon 80er Jahre eher aufgefallen, als er da so an dem Tisch stand.
Daniel Roßbach: Wenn man auf
Daniel Roßbach: auf die Manager-Geschichte, die Trainergeschichte von Osnabrück guckt, war ja auch nur 2000 Trainer, also das kann dann nicht so eine besonders lange
Daniel Roßbach: Aber er war zweimal bei seinem Polytrainer.
Daniel Roßbach: Wer Osnabrücke in dem Spiel trainiert hat, war ein gewisser Lothar Ganz, der früher auch Spieler bei Osnabrück war und eigentlich Geschäftsführer war.
Daniel Roßbach: Dann aber 2000 interimsmäßig das Traineramt übernehmen musste, nachdem die Mannschaft gegen Wolfgang Sidka quasi rebelliert hat.
Daniel Roßbach: Wolfgang Sitka quasi aus dem Amt da gedrängt hat.
Daniel Roßbach: Und wie gesagt, das war dann auch nur eine Interimslösung, während die Lösung für nach der Sommerpause dann schon
Daniel Roßbach: Bereitstand im besagten Lorkowski, der mir, wie gesagt, keinen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.
Daniel Roßbach: Wer aber schon einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat und wer auch immer noch eine erfolgreiche Trainerkarriere hat,
Daniel Roßbach: Ist Carsten Heine.
Daniel Roßbach: Und Karsten Heine war derjenige, der beim NDR als der für Union zuständige Experte da bereitstand und was gesagt hat.
Daniel Roßbach: Und ich fand es ganz lustig, dass ich, als ich ihnen so sein Halbzeitfazit habe sagen und mir einfach nur dachte, ja, genau so habe ich das Spiel auch gesehen.
Daniel Roßbach: Und weil er das so schön auf den Punkt gebracht hat, hören wir uns auch das nochmal an.
Live-Reportage: Bis auf das Gegentor eben können Sie eigentlich zufrieden sein mit der Union-Mannschaft in der ersten Halbzeit, oder?
Live-Reportage: Auf jeden Fall, glaube ich, sieht man heute doch das wahre Gesicht von Union, die eigentlich von der ersten Minute hier viel aggressiver zu Werke gegangen sind.
Live-Reportage: Na Zweikampfführung, viel entschlossen.
Live-Reportage: Und über beide Strecken, insbesondere wenn über Okeke die Aktion gestartet wurden, auch spielerisch versucht, Ansätze zu zeigen.
Live-Reportage: Hier, sie sind dann durch ein tolles Freistoßtor in Führung gegangen und haben für meine Begriffe dann gegen Ende der ersten Halbzeit etwas nachgebracht.
Live-Reportage: Nachgelassen in der Konzentration im Spiel an sich.
Live-Reportage: Für mich war eigentlich der Ausgleich fast folgerichtig.
Live-Reportage: Sie sagen selbst eine ganz andere Mannschaft von Union heute.
Live-Reportage: Liegt es auch daran, an diesen drei Umstellungen, die der Trainer ja vorgenommen hat?
Live-Reportage: Er hat ja ganz schön umgekrempelt.
Live-Reportage: Sicherlich liegt es.
Live-Reportage: liegt es auch daran, aber das Sonntagsspiel war eigentlich nicht das Spiel von Union.
Live-Reportage: Sie zeigen es heute, dass sie sich auch auswärts sich nicht verstecken, dass sie hier viel selbstbewusster auftreten als zu Hause.
Live-Reportage: Man merkt es ja selbst an den Fans, die heute viel lautstarker zu hören.
Live-Reportage: Also nach wohl heiser am Sonntag.
Daniel Roßbach: Dade ich jetzt natürlich den Vergleich nicht, aber zumindest der Auftritt in Osnabrück war durchaus akustisch interessant, äh imposant, wollte ich sagen.
Daniel Roßbach: Interessant war ein bisschen, was dann dabei so an Anführungsrufen zu hören war.
Daniel Roßbach: Nämlich einerseits viele Sachen, die man auch von heute noch kennt.
Daniel Roßbach: wo ich eher vielleicht so ein bisschen, also jemand, der eben noch nicht seit 85 Jahren zur Union geht, ein bisschen überrascht war, dass die in derselben Form damals schon vorkamen.
Daniel Roßbach: So die ein oder andere Schalala-Version.
Daniel Roßbach: Und alle bei dem ersten FC-Union Berlin gab es damals irgendwie noch nicht.
Daniel Roßbach: Jedenfalls haben es nicht genug Leute mitgemacht, dass man es gehört hätte.
Daniel Roßbach: Die Gesänge insgesamt schon ganz gut verschandert und was ich dann noch interessant fand, waren so ein paar Sachen, die damals noch gerufen wurden und gesungen
Daniel Roßbach: die später nicht so mehr etabliert waren und die ich aus meiner Zeit bei Union nicht kenne, nämlich einerseits Rufe von Ost-Ost
Daniel Roßbach: Ost-Berlin, ich weiß nicht, wann das aufgehört hat, war damals jedenfalls noch in einigen Phasen in dem Spiel zu merken, was vielleicht auch dazu beigetragen haben könnte.
Daniel Roßbach: Dass der Präsident von Osnabrück dann nach dem Spiel Union eine gute Heimreise nach Ost-Berlin gewünscht hat, wo er dann von den Vertretern von Union darauf hingewiesen wurde.
Daniel Roßbach: Dass Ost-Berlin in der Form nicht mehr gibt, sondern man schon irgendwie nach Berlin insgesamt zurückfährt.
Daniel Roßbach: mir auch noch aufgefallen ist bei den Anforderungsrufen, ist es mittendrin im Spiel nur zu härter gehen, wenn nicht gesungen wurde.
Daniel Roßbach: Fand ich ein bisschen dran.
Daniel Roßbach: Damals schon.
Daniel Roßbach: Ja, fand ich ein bisschen seltsam, weil es war ja auch jetzt nicht so, dass Hertha damals in der zweiten Liga gespielt hätte, sodass man irgendwie da jetzt
Sebastian Fiebrig: Ja, man hatte schon eine Konkurrenz zu den Hertha-Amateuren.
Sebastian Fiebrig: Also ich erinnere mich ja an ein paar Duelle, aber sonst.
Daniel Roßbach: Also irgendwie Derbys mit der ersten Mannschaft von Hertha standen da jetzt nicht
Daniel Roßbach: Nicht im Raum, deswegen fand ich das ganz bemerkenswert.
Daniel Roßbach: Und was mir noch auf keines Gegen Ende-Spiels gab es dieses Siegrufen, was wir kennen
Daniel Roßbach: Davon, dass man das nach dem Spiel manchmal macht, um quasi gewonnene Spiele zu feiern, dass es das da auch im Spiel quasi als Versprechen oder Wunsch oder Anforderungen gab.
Daniel Roßbach: Und nicht nur als Feier von einem gewonnenen Spiel, das es ja, wie wir wissen, in dem Abend auch nicht gab in Osnabrück.
Daniel Roßbach: Das waren so ein paar Sachen, die mir zu der Atmosphäre, die Union da veranstaltet hat, noch aufgefallen sind.
Daniel Roßbach: Zu einem anderen Aspekt kommen wir dann auch später nochmal, wenn wir uns dem weiteren Verlauf dieses Spiels zuwenden.
Daniel Roßbach: Wie gesagt, wirklich spannende spielerische Momente gab es dann nicht mehr.
Daniel Roßbach: Es gab
Daniel Roßbach: Von dem ganzen Spiel eigentlich nur eine Szene, die mir wirklich in guter Erinnerung geblieben ist, was irgendwie das Fußballerische an sich angeht, wo ich auch nochmal darauf zurückkomme, dass Hans Martin ja vorhin schon gesagt hat, dass
Daniel Roßbach: Hristo Koilov, äh, einer seiner Lieblingsspieler war, als jemand, der technisch wirklich gut war und gut Fußball spielen konnte.
Daniel Roßbach: Da gab es nämlich
Daniel Roßbach: Den mit Abstand besten Moment in dem Spiel, fand ich, wie er sich einmal vor einer typischen 90er-Jahre Grätsche weggedreht hat und den Osnabrücker dann ins Lehrrad grätschen lassen und wieder selber quasi sich in einen offenen Raum aufgedreht hat.
Daniel Roßbach: Das fällt einem aber halt in diesem Spiel auch schon sehr, sehr deutlich auf, wenn sowas mal passiert, weil es war nämlich wirklich eher selten.
Daniel Roßbach: Sodass dann der Kommentator, den wir ja vorhin schon mal gehört haben,
Daniel Roßbach: In der 80.
Daniel Roßbach: Minute zu diesem Zwischenfazit hier kam.
Live-Reportage: Das Spiel ist schwach, aber das Spiel ist spannend.
Live-Reportage: 1 zu 1 im Rückspiel des Duells um den Aufstieg in die zweite Liga zwischen
Live-Reportage: Den Meister der Regionalliga Nordost und dem Meister der Regionalliga Nord.
Live-Reportage: Man merkt den 22 Akteuren und natürlich
Live-Reportage: Denen am Rand an, wie viel hier auf dem Spiel steht.
Live-Reportage: Endlich raus aus der dritten Liga für Mannschaften
Live-Reportage: Die so weit mit oben stehen und die durchaus zweitligatauglich sind.
Live-Reportage: Vom sportlichen her, aber viele halt auch schon vom Umfeld her, vom Stadion her.
Daniel Roßbach: Aber vom fußballerischen An sich.
Daniel Roßbach: konnte man sich zumindest in dem Spiel nicht so ganz davon überzeugen, auch wenn der Kommentator und diverse andere Beteiligte öfter gesagt haben
Daniel Roßbach: Dass beide Mannschaften in dem Spiel sicherlich nicht gezeigt haben, wozu sie Fußballer schon in der Lage sind.
Daniel Roßbach: Offenbar hatten die in den Spielen, in denen sie ihre jeweiligen Ligen unterschiedlich souverän gewonnen haben
Daniel Roßbach: Durchaus durchaus ein bisschen mehr spielerisches Esprit gezeigt, aber Esprit gibt es in dem Spiel wirklich sehr wenig.
Daniel Roßbach: Es gibt dann noch ein paar interessante Szenen, aber die eine ist, dass nach 83 Minuten, kurz nachdem dieses Zwischenfazit hier gezogen wurde.
Daniel Roßbach: Jörg Schwanke ausgewechselt werden muss, weil nämlich ein Osnabrücker Hristo Koilov über den Haufen läuft und dann selber in Stolpern kommt und in Schwanke fällt, ihn am Schienbein trifft, sodass er seine Verletzung, wegen der er das Hinspiel schon verpasst hat, wieder aufreißt.
Daniel Roßbach: Und er dann ausgewechselt werden muss, er wird dann auf den Trage gesetzt und wird vom Feld getragen.
Daniel Roßbach: Und das ist noch ein Moment, der zumindest Hans-Martin
Daniel Roßbach: wie er mir erzählt hat, sehr in Erinnerung geblieben ist, wie Jörg Schwanke dann dem Auswärtsblock noch eine Daumen-Hoch-Geste entgegenbringt und irgendwie
Daniel Roßbach: Noch Zuversicht ausstrahlt, aber eben dann selber nicht mehr eingreifen kann in der Verlängerung und im Elfmeterschießen.
Daniel Roßbach: Dann gibt es noch eine Szene, wo ein Osnabrücker Zuschauer einen Treffer landet, indem er Zechne.
Daniel Roßbach: der zwischendurch eingewechselt wurde, ein Ball zurückwirft, der ins Ausklang ist und Zeichner dabei am Kopf trifft, was für große Heiterkeit im ganzen Stadion sorgt.
Daniel Roßbach: Und eine ganz interessante Szene ist, dass bei derselben Szene ein
Daniel Roßbach: Fotograf, der irgendwie nah an einem Spielfeld saß und deren Union-Trikot trägt, dieser Fotograf wird dann noch aus dem Innenraum geschickt.
Daniel Roßbach: Aber dass man sich auf solche Szenen dann quasi noch konzentriert, zeigt eben, dass fußballerisch in der Zeit bis zum Elfmeterschießen wirklich nicht besonders viel passiert ist.
Daniel Roßbach: Es gibt aber noch eine Aufregerszene, nämlich bekommt Daniel Ernemann eine gelb-rote Karte in der 113-Minute.
Daniel Roßbach: Also wir sind dann schon in der Verlängerung.
Daniel Roßbach: Für einen Foul, wie es halt auch sehr typisch für diese Zeit ist und wie man es heute, glaube ich, echt, wenn man nicht gerade der Wolfsburg-Spieler ist, der da neulich mit aufgefallen ist.
Daniel Roßbach: Echt nicht mehr so oft zieht, also wirklich ein heftiges, eingesprungenes Foul, wofür er dann seine zweite gelbe Karte bekommt.
Daniel Roßbach: Und weil das so in der in der Ecke um die Rum der Union Block liegt, passiert
Daniel Roßbach: gibt es tatsächlich ein bisschen Aufregung und der Kommentator sagt, dass an der Stelle auch von irgendwoher in einer der Zuschauerblöcke eine Rakete geschossen wird oder eine
Daniel Roßbach: Oder ein Böller und ein Union-Fan wird dann von der Polizei, die irgendwie das ganze Spiel über so entweder neben dem Spielfeld steht oder an der Bande sitzt.
Daniel Roßbach: war dann ein Unionfan aus dem Block relativ schnell raus isoliert und abgeführt von der Polizei, habe ich mich ein bisschen gefragt, wie das genau funktioniert hat, dass eben
Daniel Roßbach: derjenige da so schnell gefunden wird.
Daniel Roßbach: Aber offenbar war das möglich.
Daniel Roßbach: Das ist jedenfalls eine Szene, die nochmal ein bisschen Aufregung bringt.
Daniel Roßbach: Kurz danach gibt's äh
Daniel Roßbach: Erledigt sich dann die Überzahl für Union, weil ein Osnabrücker nach einem Schlag bei einer, ich glaube, fast schon bei dem anschließenden Freistoß oder jedenfalls nur ganz kurz danach für einen Schlag gegen Jens Härtel auch von Platz gestellt wird.
Daniel Roßbach: Aber es gibt eben wirklich ganz wenig Fußball.
Daniel Roßbach: Und wenn man sich jetzt denkt, irgendwie Raketen in den Block geschossen.
Daniel Roßbach: Das klingt ja nach relativ aufgeheizter und animoser Stimmung.
Daniel Roßbach: War das auch was, wonach ich Hans-Martin gefragt habe.
Daniel Roßbach: Und er
Daniel Roßbach: Hat da eigentlich ein bisschen andere Erinnerung.
Hans-Martin Sprenger: Ich stand da so ein bisschen, also der Gästeblock war von Spielfeldseite geschaut auf der rechten Seite der Hintertortribüne.
Hans-Martin Sprenger: Und ich stand sozusagen eher mit nicht, wo es sich dann langsam in Richtung neutraler Bereich oder Heimfanbereich ging.
Hans-Martin Sprenger: Und nehmen wir stand noch, also irgendwie kamen wir ins Gespräch mit Osnabrückern neben und standen, mit denen haben wir das Spiel dann noch zu Ende geguckt.
Hans-Martin Sprenger: Und da war, glaube ich, bei allen so.
Hans-Martin Sprenger: Oder bei ganz vielen zumindest so die grundsätzliche Stimmung, ach so eine Scheiße, eigentlich hättet ihr es genauso verdient, ohne müsst ihr meine zwei Spiele, wir haben also
Hans-Martin Sprenger: Am Ende brauchten wir zehn Schützen auf jeder Seite, damit endlich ausgeknobelt wird, welcher von den beiden Meistern aufsteigen darf.
Hans-Martin Sprenger: Und die hatten eben genauso das Gefühl, dass es, dass es total ungerecht und irrsinnig ist, dass es da keinen direkten Aufstieg gibt.
Hans-Martin Sprenger: Und da gab es glaube ich viel, das ist natürlich relativ wohlfair, wenn du es gerade geschafft hast, aber da war viel so ein Mitgefühl oder ja, Solidarisierung ist vielleicht ein bisschen zu hoch gegriffen, aber durchaus
Hans-Martin Sprenger: ein gemeinsames Verständnis für die Beschissenheit der Dinge sozusagen.
Hans-Martin Sprenger: Und die sind halt durchgekommen, aber eben auch wirklich knapper geht es ja nun kaum und wir eben nicht und uns einte das Unverständnis über diese Aufstiegsregelung.
Hans-Martin Sprenger: Das war irgendwie für mich durchaus, deswegen ist tatsächlich diese Auswärtsfahrt für mich immer noch eher positiv besetzt, auch wenn das Ergebnis natürlich eher doof war, aber ich fand die Stimmung da
Hans-Martin Sprenger: eigentlich meistenteils irgendwie sehr angenehm.
Hans-Martin Sprenger: Und ich denke, tatsächlich habe ich seitdem auch irgendwie Sympathie für den VfL aus Osnabrück und freue mich, wenn die in die zweite Liga aufsteigen oder sowas.
Hans-Martin Sprenger: Also das ist so und fahre da auch weiterhin gern hin.
Hans-Martin Sprenger: Das Stadion ist eigentlich auch ganz hübsch.
Daniel Roßbach: Aber beim Sportlichen kann es natürlich nicht so schiedlich-friedlich ausgehen, sondern nach ganz wenig Fußball eben in der Verlängerung kommt es dann zu diesem Elfmeterschießen.
Daniel Roßbach: wo der erste Schütze von Osnabrück gleich mal so schießt, dass man den vielleicht schon halten könnte, aber Camino das nicht schafft, und wo Michael Zechner gleich den ersten Elfmeter von Union verschießt,
Daniel Roßbach: sodass Osnabrück dann sofort erstmal eigentlich im Vorteil ist.
Daniel Roßbach: Aber da es Platz sich dann trotzdem nochmal verwendet, nämlich gelingt es dann zwar den kommenden Osnabrück-Schützen eigentlich ziemlich sicher, ihre Elfmeter zu verwandeln für Union treffen.
Daniel Roßbach: Balczarek und Preiksaites eigentlich auch relativ sicher, auch Ronny Nikol schießt seinen Elfmeter ruhig und überlegt ins Tor.
Daniel Roßbach: Aber dann Janyak, der Stürmer von Osnabrück, der trifft den Pfosten und Hristo Koilov mit einem sehr, sehr glücklichen Elfmeter, der irgendwie.
Daniel Roßbach: sehr schlecht geschossen eigentlich ist und ganz glücklich unter dem Torwart von Osnabrück durchrutscht.
Daniel Roßbach: Also wenn man den Elfmeter sieht, denkt man jetzt noch nicht, dass Uwe Brunn gleich zum Helden dieses Elfmeterschießens werden wird.
Daniel Roßbach: Aber dann passiert eben das hier.
Live-Reportage: Diese Brüder spielen ihre Elfmeter, schießen ihre Elfmeter, so wie sie sich jetzt vorstellen.
Live-Reportage: Und bislang die Keeper ohne Schutz.
Live-Reportage: Einmal, wie gesagt, Uwe Brothers.
Live-Reportage: Uwe Hartenberger.
Live-Reportage: Der neunte Elfmeterschütze für den VfL Osnabrück, Uwe Hartenberger.
Live-Reportage: Gehalten!
Live-Reportage: Kai Wehner!
Live-Reportage: Hält den Elfmeter von Uwe Hartenberger!
Live-Reportage: Sie wollen schon jubeln, die Spiele, aber das ist noch ein Schritt zu früh.
Live-Reportage: Sie wollen Ihren Torhüter beglückwünschen.
Live-Reportage: Jetzt kommt es darauf an.
Live-Reportage: Jetzt kommt Steffen Menze.
Live-Reportage: Und wenn er trifft, ist Union Berlin in der zweiten Liga.
Live-Reportage: Steffen Menzel, 13 Tore in der Regionalliga.
Live-Reportage: Ist das hier sein wichtigstes?
Live-Reportage: Nein!
Live-Reportage: Das gibt's doch nicht!
Live-Reportage: Uwe Brun hält auf die!
Live-Reportage: Es ist ein unglaubliches Elfmeterschießen!
Live-Reportage: Ein unglaubliches Elfmeterschießen, aber mittlerweile auch!
Live-Reportage: stark gehalten auch eine sehr freizügige Auslegung hier des Ordnungsdienstes nicht nur noch Spieler sind hier auf dem Feld sondern Polizeibeamte einige fest
Live-Reportage: Also die Ordnung ist so ein wenig dahin.
Live-Reportage: Und jetzt das Duell Torwart gegen Torwart.
Live-Reportage: Uwe Brunn mit links gegen Wähler.
Live-Reportage: Man sieht, dass er das nicht alle Tage tut, aber man sieht, dass er es nicht das erste Mal tut.
Live-Reportage: Der zehnte Schütze.
Live-Reportage: bringt den VW Osnabrück mit 9 zu 8 in Führung.
Live-Reportage: Und jetzt geht es andersrum.
Live-Reportage: Wer gegen Brunn ist das verrückt hier.
Live-Reportage: Gehalten!
Live-Reportage: Osnabrück ist in der zweiten Liga-Union Berlin.
Live-Reportage: Muss noch in die Relegation.
Live-Reportage: Was für ein Jubel.
Live-Reportage: Uwe Brunn!
Daniel Roßbach: Ja, Uwe Brunn.
Daniel Roßbach: Nachdem das Spiel für ihn denkbar schlecht begonnen hatte, ist er dann am Ende tatsächlich nicht nur der, der den Evmeter von Calviner, der sehr zentral geschossen ist, der wirklich nicht so gut kommt.
Daniel Roßbach: hält, sondern auch derjenige, der eigentlich auch mit einem ziemlich schlechten Schuss, so rein technisch gesehen.
Daniel Roßbach: Also der Reporter sagt ja
Daniel Roßbach: Man sieht, dass er das nicht alle Tage tut, aber auch nicht das erste Mal.
Daniel Roßbach: Da habe ich mich gefragt, was er damit meint.
Daniel Roßbach: Also gegen einen Fußball treten oder den
Sebastian Fiebrig: Gott, das waren wirklich noch andere Zeiten, Daniel.
Daniel Roßbach: Ja, das ist wirklich unverkennbar.
Daniel Roßbach: Auch die Nervosität, die in jedem Moment, wo der Torwart irgendwie mal mit dem Fuß an den Ball kommt zu spüren ist.
Daniel Roßbach: Uwe Brunn hat sich offenbar in der Presse auch beschwert darüber, dass er von den Union unter Druck gesetzt wurde im Hinspiel.
Daniel Roßbach: Das hat ihm nicht gefallen.
Daniel Roßbach: Ich weiß nicht, ob er da irgendwie
Daniel Roßbach: so bedrängt werden im eigentlichen Sinne oder tatsächlich eher so ein bisschen Anflüge von Pressingen, die man in ein paar Situationen irgendwie schon mal gesehen hat, wenn auch ziemlich
Daniel Roßbach: Individuell von Boschek und von Menze oder nur von den beiden und sehr getrennt vom Rest der Mannschaft.
Daniel Roßbach: Aber das meinte.
Daniel Roßbach: Aber
Daniel Roßbach: Am Ende sind das wirklich nicht die entscheidenden Faktoren in dem Spiel.
Sebastian Fiebrig: Nein, der entscheidende Faktor ist einfach, dass Steffen Menze diesen Elfer nicht reingemacht hat und damit Union auf jeden Fall das Heimspielrecht im DFB-Pokal in der nächsten Saison sichert.
Sebastian Fiebrig: Das ist ja die Quintessenz.
Daniel Roßbach: Ja, Dan-Union steigt eben nicht auf.
Daniel Roßbach: Hans Martin hat mir eben gehört, dass er gesagt hat, dass.
Daniel Roßbach: Das Spiel in Osnabrück noch gar nicht so ganz so niederschmetternd war, wie du es, glaube ich, auch in Erinnerung hattest, sondern dass es eben dann noch das mit Aalen gab.
Daniel Roßbach: Wie dann so, mit welchem Gefühl man da hingegangen ist, hat er mir auch noch erzählt.
Hans-Martin Sprenger: Das für mich viel traumatischere Spiel war ja das dann
Hans-Martin Sprenger: Weiß nicht, glaube ich, eine Woche später oder zehn Tage später in Aalen, also bei dieser Trostrunde, wo es dann endgültig vergeigt wurde und unentschieden gereicht hätte, war wirklich eine meiner schlimmsten Augen
Hans-Martin Sprenger: Auswärtsfahrten, grauenvoller Gästeblock, schlimme Stadt, alles schrecklich.
Hans-Martin Sprenger: Und da auf der Rückfahrt waren wir, glaube ich, alle extrem niedergeschnitten.
Sebastian Fiebrig: Darf ich kurz was sagen?
Sebastian Fiebrig: Da hat er natürlich das Heimspiel gegen Pfullendorf komplett übergangen.
Sebastian Fiebrig: Das Union ja gewonnen hatte.
Sebastian Fiebrig: 3-2-1.
Sebastian Fiebrig: Ja, ich erinnere mich noch an das Programm von damals.
Sebastian Fiebrig: Da war so ein Wikinger-Schiff drauf.
Sebastian Fiebrig: Vorne.
Daniel Roßbach: Ja, aber zu dem Spiel in Aalen, also ich meine, die ganze Folge jetzt war ja schon so ein bisschen ein Aufarbeiten von einer schwierigen Episode.
Daniel Roßbach: Dazu dieses Spiel in Aalen mir auch nochmal anzugucken und darüber noch länger zu sprechen, das würde selbst ich jetzt nicht machen wollen.
Sebastian Fiebrig: Nee, machen wir nicht.
Sebastian Fiebrig: Ich glaube, Union hat geführt und dann 2-1 verloren.
Sebastian Fiebrig: Ich kann dir sagen, ich war zum
Sebastian Fiebrig: Ich war zum damaligen Zeitpunkt schon nicht mehr in Deutschland, sondern wollte zur Europameisterschaft in die Niederlande und habe dort an irgendeinem Kiosk bei der Bild in irgendwie
Sebastian Fiebrig: So Fünf Zeilen-Nachricht von diesem Ergebnis gehört, gab ja noch nicht so viel mit Internet damals.
Daniel Roßbach: Ja, und fünf Zeilen ist, glaube ich, irgendwie dann auch alles.
Daniel Roßbach: was dieses Spiel verdient, während das in Osnabrück zumindest noch ein paar Geschichten hatten.
Daniel Roßbach: Und eine Geschichte, die aus diesem Elfmeterschießen noch stammt und die
Daniel Roßbach: vielleicht dazu beigetragen hat, dass du vorhin so gestöhnt hast, als der Name Guido Spork erwähnt wurde.
Daniel Roßbach: Die habe ich vorhin noch vergessen, als ich das sagen wollte, nämlich nachdem Spork seinen Vermieter getroffen hat, der der Vorletzte von Osnabrück, die nicht der Torwart waren, war.
Daniel Roßbach: Da gab es nämlich noch eine Konfrontation mit den Union-Fans zwischen Guido Spork und dem Block, der eben derjenige war, der direkt hinter dem Tor war.
Daniel Roßbach: Also ist ja auch eine ganz interessante Entscheidung, dass man dieses Tor äh
Daniel Roßbach: Dieses Elfmeterschießen auf den Auswärtsblock quasi gemacht hat, vor dem Auswärtsblock.
Daniel Roßbach: Und da kam es offenbar auch dazu, dass Guido Spork dem Union-Fans einen Stinkefinger gezeigt hat.
Daniel Roßbach: Was aber logischerweise alle, die da waren, gesehen haben und was auch nicht in Zweifel steht
Daniel Roßbach: Und Jahre später ist ja dann Guido Spork zur Union gewechselt und es hat trotzdem irgendwie noch sein
Daniel Roßbach: Verhältnis zu den Fans belastet, glaubt man gar nicht, aber war so.
Daniel Roßbach: Und es gibt einen ganz lustigen Artikel aus der Berliner Zeitung von 2000
Daniel Roßbach: als eben Spork dann zur Union kam, wo steht das Elver Drama von Osnabrück verfolgt Spork bis heute als Überschrift.
Daniel Roßbach: Also würde sagen, es hat Union irgendwie mehr verfolgt als Guido Spork vermutlich.
Daniel Roßbach: Und wo dann ein Paragraf in diesem Artikel ist, dann sei Guido menschliche Größe und dringt sich zu einer Entschuldigung durch.
Daniel Roßbach: Ich möchte jene Union-Fans, die mir das immer noch übel nehmen, ehrlich um Bezeichnung bitten.
Daniel Roßbach: Das war nicht korrekt, aber es waren viele Emotionen im Spiel.
Daniel Roßbach: Unsere Nerven waren zum Zerreißen gespannt.
Daniel Roßbach: Das klingt aber schon eher, auch wenn da die PZ von Mensch die Größe spricht, klingt für mich eher so nach einer Non-Aphology-Apology, also eher
Daniel Roßbach: sich dafür entschuldigen, dass man dass die anderen einem das übel nehmen und nicht dafür, dass man das gemacht hat.
Daniel Roßbach: Und ich kann Guidesborg auch nicht ganz abnehmen, wenn er sagt.
Daniel Roßbach: dass ihnen das wirklich noch in der Form verfolgt, dass manchmal schlafe ich schlecht, habe regelrechte Albträume.
Daniel Roßbach: Also vielleicht hat er Albträume, aber ich glaube.
Daniel Roßbach: Es würde mich ein bisschen wundern, wenn die wirklich fand dieser Episode stammen oder handeln würden.
Sebastian Fiebrig: Okay
Sebastian Fiebrig: Wir kommen ja dann irgendwann vielleicht nochmal im Laufe dieses Podcastes, also gibt es ja noch viele Episoden und Geschichten aus der Geschichte von Union, zu einem Tankstellenbesuch von Guido Spork.
Sebastian Fiebrig: Und da können wir vielleicht ein bisschen mehr über ihn erzählen.
Sebastian Fiebrig: Ich sage nur so viel, gehört zu der Kategorie Spieler, bei der man froh ist, wenn er in der eigene Mannschaft ist und nicht beim Gegner.
Daniel Roßbach: Ja, das galt auf jeden Fall auch für dieses Spiel.
Daniel Roßbach: Und damit würde ich auch die Geschichte dieses wieder mal verpassten Aufstiegs in diesen 90ern, 2000ern beenden.
Daniel Roßbach: Wie gesagt, es hat ja dann doch ein Jahr später geklappt, auch wenn man das in dem Moment vielleicht nicht geschafft nicht geklappt hat, dass es dann so schnell geht.
Daniel Roßbach: Aber
Daniel Roßbach: Das hat Union eben dann ganz gut hingekriegt, trotz einiger Abgänge.
Daniel Roßbach: Zum Beispiel ist Jörg Schwake zu LRA angewechselt, die dann ja der Gegner in der Relegation waren.
Daniel Roßbach: Trotzdem hat Union es eben geschafft, eine Mannschaft zusammenzustellen, die dann im folgenden Jahr ja eine der besten Saisons der Vereinsgeschichte gespielt hat.
Sebastian Fiebrig: Und vor allem diesen wirklich bescheuerten Mythos von den Unaufsteigbaren, der ja auch mit diesem Relegationsspiel und dieser Kulmination in diesem wirklich absurden Elfmeterschießen
Sebastian Fiebrig: Ja, nochmal so einen Höhepunkt hatte, dann endlich auch beseitigt hat.
Sebastian Fiebrig: Also damit, also mit der Folgesaison wurde das unaufsteigbar absolut beerdigt, kam nie wieder vor und bin auch ehrlich gesagt unfassbar froh, dass das so ist.
Sebastian Fiebrig: Hätte noch eine kurze Anekdote hinten raus.
Sebastian Fiebrig: Es ist ja nicht nur aus unserem Podcast-Team Heinz-Martin in Osnabrück gewesen, sondern auch Gero.
Sebastian Fiebrig: Aber Gero war damals nicht beim Spiel.
Sebastian Fiebrig: Als Union in Osnabrück spielte.
Daniel Roßbach: Genauso wie auch lange nicht im Podcast war.
Sebastian Fiebrig: Ja, aber das ist ein anderer Geschichte.
Sebastian Fiebrig: Dann wollen wir zum Feedback-Hinweisblock kommen.
Sebastian Fiebrig: Wenn ihr Feedback habt zu diesem Podcast, dann könnt ihr natürlich Kommentare schreiben unter die Episode oder ihr geht auf Twitter und schreibt an ad.
Sebastian Fiebrig: UNV unterstrich Podcast oder ihr schickt uns eine E-Mail an Daniel oder
Sebastian Fiebrig: Sebastian und minus niemals minus vergessen minus podcast.
Sebastian Fiebrig: de.
Sebastian Fiebrig: Ihr könnt uns bei Twitter auch direkt schreiben.
Sebastian Fiebrig: Dort heiße ich saumseligdaniel at-rosbach
Sebastian Fiebrig: Und wenn ihr Hinweise habt, da freue ich mich immer sehr, dann du dich sicher auch, dann bitte direkt an uns und nicht irgendwie an so die.
Sebastian Fiebrig: einen D-Count, den alle lesen können, damit das auch eine Überraschung für die andere Person bleibt.
Sebastian Fiebrig: Und ich muss mal sagen, ich habe so einen Hinweis bekommen, den.
Sebastian Fiebrig: Unbedingt machen möchte, kann jetzt kurz sagen, dass das erstmal noch nicht so ist, weil das Zeitschriftenarchiv für die Berliner Zeitungen und Zeitschriften immer noch geschlossen ist, pandemiebedingt.
Sebastian Fiebrig: Und deswegen muss ich da mal einmal Aufschub, weil da muss ich unbedingt hin für diese eine Geschichte, weil da gab es noch einen Pionierauftrag für mich, den ich da zu erledigen habe.
Sebastian Fiebrig: Und den wollte ich auch erledigen.
Sebastian Fiebrig: Deswegen.
Sebastian Fiebrig: Vielleicht dann in acht oder neun Wochen.
Sebastian Fiebrig: Irgendwann.
Sebastian Fiebrig: Danach gibt es dann halt die Episode, die ich eigentlich fürs nächste Mal schon versprochen hatte.
Daniel Roßbach: Ja, ich bin in jedem Fall gespannt, was dann dabei rauskommt und möchte das an meine Streichen.
Daniel Roßbach: Hinweise sind immer sehr herzlich willkommen.
Daniel Roßbach: Wenn ihr irgendwelche interessanten Materialien habt, irgendwie alte Dokumente oder so, wo ihr denkt, könnte man vielleicht Geschichten draus spinnen oder die mit Geschichten verbinden, dann freuen wir uns da immer über Hinweise.
Sebastian Fiebrig: Genau.
Sebastian Fiebrig: Und ansonsten natürlich, was man immer so sagt, bewertet unseren Podcast, wo ihr ihn bewerten könnt, empfehlt Ihnen anderen Unionerinnen und Union zum Anhören.
Sebastian Fiebrig: Freuen wir uns auch drüber.
Sebastian Fiebrig: Und wirklich schreibt uns.
Sebastian Fiebrig: Da freuen wir uns auch.
Sebastian Fiebrig: Auch mit Kritik.
Sebastian Fiebrig: Und vielleicht nochmal kurz als Nachklapp zur letzten Sendung.
Sebastian Fiebrig: Ich habe nichts gegen Frankfurt-Oder.
Daniel Roßbach: Ja, sagst du jetzt.
Sebastian Fiebrig: Das war jetzt eine bessere Entschuldigung als die von Guido Spork.
Sebastian Fiebrig: Ich werde demnächst einfach auch nach Frankfurt-Oder fahren.
Sebastian Fiebrig: Und dann mache ich Fotos von und dann werdet ihr sehen, dass ich mich auch in dieser Stadt mich ganz normal aufhalten kann, wie ich mich in anderen Städten aufhalten kann.
Daniel Roßbach: Ja.
Daniel Roßbach: Zum Beispiel Aalen oder so.
Sebastian Fiebrig: Da war ich nie, zum Glück.
Sebastian Fiebrig: Ich war nur in Aalen mit AA, nicht mit AH.
Sebastian Fiebrig: Ganz wichtig.
Sebastian Fiebrig: Dann würde ich sagen.
Sebastian Fiebrig: Sind wir, glaube ich, nicht am Ende angekommen?
Sebastian Fiebrig: Dann bis zum nächsten Mal und vielen Dank.
Daniel Roßbach: Ciao
Intro: Doch die Unioner selbst werden gut beraten sein, auch in der Stunde der Euphorie niemals zu vergessen, was war, um so zu bleiben, wie sie sind.